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Die “Peepshow für Bullen” als Theaterstück im Hamburger Schauspielhaus

Der Skandal beeinflusste nicht nur das gesellschaftspolitische Bewusstsein, sondern regte auch die Kreativität an. Schon im Dezember 1980 wurden die Ereignisse in einem Theaterstück aufgegriffen. In “Der zufällige Tod des Christian K.” setzte sich der Regisseur Ulrich Waller in 20 kurzen Szenen kritisch mit der Macht von Polizisten auseinander. Sie werden hier “der Dummheit und der Kriminalität überführt; ihre Perversionen der Lächerlichkeit preisgegeben” (“Du & Ich”, März 1981, S. 48). Bei allen Szenen orientierte sich Waller an realen Geschehnissen, die er satirisch überspitzt darstellte.

In der kurzen Szene “Peepshow für Bullen” geht es um die Polizisten Oskar und Heinz, die seit 16 Jahren hinter Hamburger Toilettenspiegeln sitzen und Homo­sexuelle observieren. Das Stück wurde im “Malersaal” des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg aufgeführt, der als Probe- und Experimentierbühne und dafür bekannt ist, dass hier die “ungewöhnlicheren und mutigeren Stücke” zu sehen sind.

Als satirische Reflexion aus der Sicht von fiktiven Polizisten ähnelt diese Theaterszene Felix Rexhausens Satire “Dienstlich unterwegs” (abgedruckt in seinem Buch “Die Märchenklappe”, 1982, S. 63-67), die aus einem fiktiven Monolog eines Polizisten besteht, der gemeinsam mit seinem Kollegen Dienst versieht. Zu ihren Berufspflichten gehört es, die Männer auf der anderen Seite des Spiegels genau zu beobachten: Schüttelt jener Herr nur ab oder wichst er schon? Einmal sagt der Polizist zu seinem die “Bild”-Zeitung lesenden Kollegen: “Als ob’s nicht wichtigere Sachen zu tun gäbe für Leute wie uns! Ob diese schwulen Säue sich nun hier begrabbeln oder anderswo, ist doch scheißegal, machen tun sie’s ja doch.”

Man hat fast Mitleid mit den Polizisten, aber diese Satire zielt nicht auf Empathie für die Ordnungshüter, sondern verweist darauf, dass etwas nicht in Ordnung ist mit diesem Rechtsstaat.