
Schaulust in Harun Farockis »Gefängnisbilder«
Im Film Gefängnisbilder von 2001 zeigt Harun Farocki Ausschnitte aus Jean Genets Film “Un Chant d’Amour” (1950), bei denen ein Gefängniswärter eine voyeuristische Schaulust an der Masturbation, “dem Liebesleben”, der Gefangenen entwickelt. Das Gefängnis ist ein Ort der Verbote, und also der Geheimnisse und Übertretungen, zumindest der erhofften und phantasierten. – Harun Farocki, »Gefängnisbilder«, DE 2000, Min. 08:05 Der Filmemacher Farocki stellt den Ausschnitten dokumentarische Bilder aus US-amerikanischen Gefängnissen entgegen, in denen Gefangene versuchen, die durchsichtigen Gittertüren der Zellen mit ihren Matratzen abzudecken, um so etwas wie Privatsphäre herzustellen. Diese Versuche werden regelmäßig gewaltsam mit Reizgas/Tränengas und physischer Gewalt beendet.