Willkommen in der Ausstellung HAMMERSCHLAG über die „Hamburger Spiegelaffäre“, einer Kampagne, die im Jahr 1980 zur Abschaffung der Überwachung von Homosexuellen in öffentlichen Toiletten in Hamburg führte. Am 02. Juli 1980 zerschlug ein anonymes Kollektiv einen Spionspiegel, der auf der öffentlichen Herrentoilette in der U-Bahn-Station Jungfernstieg eingebaut war. Dieser wurde von der Hamburger Polizei dazu genutzt, Männer die Sex mit Männern suchten zu überwachen und sie durch Kontrollen, Verwarnungen und Hausverbote illegalerweise in sogenannten „Rosa Listen“ zu registrieren.

Die Ausstellung HAMMERSCHLAG beschäftigt sich mit der polizeilichen Überwachungspraxis, dem Toilettenraum in queerer Kunst und der queeren Selbstbefreiungspraxis im Jahr 1980. Sie zeigt also die Entwicklung der Überwachung durch die Polizei auf öffentlichen Toiletten in Hamburg, erzählt die Geschichte von queerem Widerstand und kontextualisiert die Ereignisse im Zeitgeschehen der Bundesrepublik zum Ende der 70er Jahre. Dieser Text soll es den Besucher*innen erlauben, die Installation und ihre Stationen auf eigene Faust zu erkunden. Dabei wird es viel um das ‚Aufdecken‘ und ‚Abdecken‘, das ‚sichtbar‘ und ‚unsichtbar‘ werden gehen. Manches wird hell erleuchtet sein und manches im Verborgenen bleiben.

Die Ausstellung ist eine Einladung, dabei zuzusehen, wie eine klandestine Praxis der Polizei durch eine konkrete Intervention – einen Akt des politischen Widerstands – zum öffentlichen Skandal wurde.

Ehe wir den Hauptschauplatz jenes Skandals, der Toilette am Hamburger Jungfernstieg, erkunden, betreten wir nun den „Vorraum“, eine Schleuse, die uns auf diese Zeitreise vorbereiten soll. Alles ist am Anfang. Die Pissoirs stehen ein bisschen zu nah aneinander.