Wir sehen den Haupteingang der öffentlichen Herrentoilette am Hamburger Spielbudenplatz, fotografiert im Jahr 1986, als sie schon geschlossen war: Im Jahr 1980 gab es 244 öffentliche Toiletten in Hamburg, von denen viele in den folgenden Jahren aufgrund von Haushaltseinsparungen geschlossen wurden. In Ermangelung anderer Orte nutzten viele Männer Toiletten, ebenso wie öffentliche Parks, für schnelle, unverbindliche sexuelle Kontakte (auch „Cruising“ genannt). Die Homosexuellenfeindliche Stimmung der 1960er Jahre machte sie an diesen Orten zu Subjekten polizeilicher Überwachung, gegen die sich die Hammerschlagaktion im Endeffekt richtete.

Im Film „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation in der er lebt“ von Rosa von Praunheim wird auch die Klappe genauer betrachtet:

Um ein häufiges Missverständnis zu klären: Auch wenn die Spiegel auf der Toilette am Spielbudenplatz die ersten waren, die in der Nacht vom 29. auf den 30.06.1980 eingeschlagen wurden, entstand das Serienfoto des Hammerschlages, das wir aus den Medien kennen, erst einige Tage später am Jungfernstieg.