Die Aktion der „Hamburger Spiegelaffäre“, für die das Zerschlagen der Überwachunggsspiegel inszeniert wurde, wäre nichts ohne ihre ästhetischen Vor- und Nachbilder. Äußerst klar wird der Einfluss anderer Bilder beim Blick darauf, wie die Serienfotografie vor gerastertem Hintergrund funktioniert:

Die Serienfotografie der einzelnen Bewegungsphasen eines galoppierenden Pferdes des britisch-amerikanischen Fotografs Eadweard Muybridge ist uns heute noch immer im kollektiven Gedächtnis, wenn auch eher als animiertes GIF. Kaum zu glauben, dass es schon 1878, also 100 Jahre vor der Gründung des Café TucTuc, publizierte wurde. Muybridge arbeitete in Kalifornien und publizierte im Jahr 1901 den Bildband „The Human Figure in Motion, an Electro-Photographic Investigation of Consecutive Phases of Muscular Action“ mit 87 fotografisch festgehalten menschlichen Bewegungsabläufen, die eine forensische Nüchternheit kommunizieren. Wer an Leonardo da Vincis vitruvianischen Menschen denkt, liegt nicht falsch, da es auch hier darum geht, ein Idealbild herzustellen: Im Vorwort schreibt Muybridge

“The great number of men were students or graduates […], each one of whom had well-earned record in the field selected for illustration. […] they are reproduced without the slightest attempt being made to improve them; and are presented with all their faults, precisely as taken in the camera.” („Die große Zahl der Männer waren Studenten oder Absolventen […], von denen jeder über eine wohlverdiente Auszeichnung auf dem jeweils für die Darstellung ausgewählten Gebiet verfügte. […] Sie werden ohne den geringsten Versuch wiedergegeben, sie zu verbessern, und mit all ihren Mängeln genau so präsentiert, wie sie von der Kamera aufgenommen wurden.“)

Der Weg der Messung geht aber weniger von den Proportionen der Körperteile zueinander aus, sondern vielmehr vom Verhältnis des Menschen zu seiner Umgebung. Durch das visuelle Raster im Hintergrund wird die Bewegung des Menschen messbar, der Status als Repräsentant wird durch die gleichbleibende, oberflächliche Ordnung des Hintergrunds erst möglich. Der vermessene Mensch in Muybriges Bildern kommt jedoch nicht auf die Idee, gegen den Maßstab zu rebellieren und seinen Stein gegen das visuelle Raster im Hintergrund zu werfen. Dadurch würde er seinen Platz im Regime der Bilder verlassen und das Fundament seiner Existenz erschüttern.

Auch die Toilette selbst ist aufgrund ihrer Bedeutung für einige Generationen schwuler Männer und queerer Menschen Thema künstlerischer Auseinandersetzung, wie Arbeiten von Pjotr Nathan („Das Versteck der Lust“) und Tony Just zeigen. Dem „Hammerschlag“ selbst hat das Künstlerduo Dümadissima in einem Diorama aus einer Mandarinenkiste mit dem Titel „Paulines Hammer“ ein Denkmal gesetzt, das inzwischen im Schwulen Museum in Berlin steht.